24.03.2018

Digitale Entgiftung

Wie oft glauben Sie, entsperrt ein durchschnittlicher Smartphone-Nutzer sein Gerät pro Tag? 20 Mal? 40 Mal? Oder gar noch häufiger? Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass die Zahl sogar bei 80 liegt. Also ungefähr alle zwölf Minuten, wenn man von acht Stunden Schlaf ausgeht. Dabei führt der Nutzer etwa 2.600 Tätigkeiten auf dem Gerät durch. Dazu gehört auch, dienstliche E-Mails und SMS zu checken. Das ibz Ingenieurbüro Zeisig möchte seine Mitarbeiter vor der digitalen Dauererreichbarkeit schützen und hat sie bei einem Teambuilding-Seminar dafür sensibilisiert.

Für Geschäftsführer Sebastian Zeisig ein wichtiges Anliegen: „Einmal im Jahr schließen wir das Büro für ein paar Tage und fahren gemeinsam zum Teambuilding. Das stärkt nicht nur den Zusammenhalt der Mitarbeiter, sondern eröffnet auch Raum für wichtige Themen wie eben die interne Unternehmenskommunikation und die digitale Dauererreichbarkeit.“

„Digital Detox“ nennt sich das neudeutsch, also „digitale Entgiftung“. Für Arbeitgeber wie Sebastian Zeisig ist die leichte Erreichbarkeit seiner Mitarbeiter ein zweischneidiges Schwert. „Ich bin natürlich darauf angewiesen, meine Mitarbeiter während der Arbeitszeiten schnell und einfach zu erreichen. Auch, wenn sie zum Beispiel auf Baustellen in ganz Bayern unterwegs sind. Gleiches gilt für unsere Kunden. Per E-Mail aufs Smartphone ist die Versuchung groß, jederzeit Informationen hin und her zu schicken. Wir haben das Teambuilding-Seminar genutzt um gemeinsam zu besprechen, ob das eine Belastung für die Mitarbeiter ist und wie wir damit umgehen wollen.“

Neben der Theorie gab es in Österreich aber auch echte Handarbeit: Beim gemeinsamen Iglu-Bau konnten die Mitarbeiter beweisen, dass sie ein echtes Team sind. „Wer sonst den ganzen Tag mit Planung beschäftigt ist, freut sich, wenn er auch mal Hand anlegen kann“, erklärt Zeisig den Hintergrund. „Und dabei merkt man schnell, dass viele Hände mehr bewegen können, als ein Einzelkämpfer.“ Die Kommunikation dabei erfolgte übrigens nicht digital, sondern ganz altmodisch per Zuruf.